Narzissen - Holzwarche

Zu den wilden Narzissen im Naturschutzgebiet Holzwarchetal (BE) - 06.04.2014

 

Kurzbeschreibung: Einige Tage zuvor waren wir eigentlich schon begeistert von den wilden Narzissen

im Perlenbachtal in der deutschen Eifel. Was wir aber heute im Holzwarschetal der belgischen Eifel

sehen sollten, beeindruckte uns vollends und übertraf bei weitem die Eindrücke der Vorwoche!

Vom höchstgelegenen belgischen Eifeldorf Rocherat aus fuhren wir durch den Weiler Krinkelt in

Richtung Mürringen und fanden recht bald den Wanderparkplatz "Enkelberger Mühle" (Feriendorf).

Schon bei der Zufahrt konnten wir rechts und links der Landstrasse die ersten Narzissen in den

Wiesen sehen.

Aber nach wenigen Metern den Wanderweg rauf, dann die große Überaschung: Es erstrahlten vor

uns die ersten zahlreichen Narzissenwiesen. Ein einziges riesiges Blütenmeer in den Feuchtwiesen

und den Hängen entlang der "Holzwarche", die dem Tal den Namen gibt.

Der gut und neu ausgebaute Wanderweg schlängelt sich am Bach entlang und gibt immer wieder die

Sicht frei auf die unmmittelbar am Weg stehenden Narzissen aber auch auf die Blütenteppiche in den gegenüberliegenden Hangwiesen. Ein ganz tolles gelbes Blumenmeer, übersät nicht mit Tausenden, sondern mit unzähligen Blüten. Mann kann sich einfach nicht satt sehen.

Ich erinnere mich, dass zu meiner Jugendzeit an sehr vielen Strassenkreuzungen und sogar in den Städten wie Eupen und Aachen, im Frühling Narzissesträuße verkauft wurden. Es ist sehr gut, dass diese gold-gelben Blumen nun unter Naturschutz stehen und somit in dieser Reichhaltigkeit bewundert werden können. Leider ist dieser Naturschutz noch nicht in aller Leuten Kopf angekommen, den wir entdeckten eine ganze Gruppe Fotografen, die in den Wiesen knieten und lagen um ihre Fotos zu machen !

Der Weg verläuft bachaufwärts und nach ca. 1.6 km steht eine Marienstatue linkerhand in einem Baum. Es ist aber noch nicht der in den Wanderführern beschriebene Bildstock. Diesen erreicht man nach ca. 4 km und befindet sich in der Vergabelung einer mächtigen uralten Buche.

Dieser Narzissenweg ist leider kein klassischer Rundweg und die meisten drehen an der Buche mit der Marienstatue um - wohl auch da der Weg bis dorthin eigentlich sehr flach ist und auch geeignet für ältere Leute oder Familien mit Kindern. Es ist aber möglich, den nun stetig steilgenden Weg weiter zu gehen in Richtung "Weisser Stein". Es ist die Kulturroute des dortigen Wandervereins. Vorbei geht es an mehreren Steingruben und auf Schautafeln bekommt der Wanderer Einblicke in die Geschichte und den früheren Alltag der dort lebenden Menschen. Bevor es bergauf geht, ist linkerhand des geteerten Weges ein schmaler Pfad als "Alter Weg" ausgeschildert. Dieser ist aber vollkommen zugewachsen und leider anscheinend nicht begehbar - später sahen wir auf der Karte, dass es zudem eine Sackgasse ist!.

Auf der Anhöhe liegt nun wirklich ein dicker Stein ! Er ist einer der höchsten Erhebungen im Naturschutzgebiet Hohes Venn-Eifel (655 m) und befindet sich im Bocksvenn, einem kleinen, sehr feuchten Moorgebiet und ist über einen kurzen Steg zu erreichen.

Wir sind nun links weiter der "roten Raute" gefolgt. Dieser Weg führt nur noch durch Wald und ist zudem meistens ein geteerter Weg und nicht sehr attraktiv. Zuerst ein langes flaches Stück und danach abfallend zurück ins Holzwarchetal. Am Parking, an der Strasse, die nach Mürringen führt, treffen wir wieder auf den reizvollen Narzissenweg, den wir gekommen sind und gehen diesen zurück.

Da wir nun einige Stunden später im Tal sind und das Licht sich verändert hat, erstrahlen die Narzissen nun in viel dunkleren und satteren grün und gelb Tönen. Auch werden die Fotos nun viel klarer und kontrastreicher.

Zurück am Parking sind wir an diesem Tag doch insgesamt 12.9 km gewandert.

In Krinkelt haben wir dann noch kurz angehalten um die sehenswerten Glasfenster in der dortigen Kirche zu bewundern. Diese wurden vom "Raerener" Künstler André Blank 1963 gefertigt. Die Kirche wurde im Winter 1944/45 zum Symbol der heftigen Frontkämpfe der Ardennenoffensive. Gegenüber der Kirche sind zwei Gedenksteine aufgestellt, die an die Verluste der 2. und der 99. US-Infanteriedivision im Dezember 1944 erinnern.

Höhenprofil: 558 m bis 655 m

Länge: 12,9 km

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